Betrug am Telefon und an der Haustür

Am Telefon geben sich Betrüger als Verwandte, Polizisten, Bankmitarbeiter oder Support aus und setzen ihre Opfer mit einer erfundenen Notlage unter Zeitdruck. Die Polizei rät, bei Druck oder seltsamen Geschichten sofort aufzulegen und die Person unter der bekannten Nummer zurückzurufen. Echte Polizisten verlangen nie Geld am Telefon.

Ein Flur mit Festnetztelefon auf einer Holzkommode, im Hintergrund eine Wohnungstür mit Türkette
Bild: KI-generiert

Am Telefon und an der Haustür arbeiten Betrüger mit Gefühl und Zeitdruck. Sie geben sich als Verwandte, Polizisten, Staatsanwälte oder Klinikpersonal aus und wollen Geld, Wertsachen oder Daten [2]. In der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 erfasste die Polizei 4.798 Fälle des Phänomens "Enkeltrick/Schockanrufe", nach 6.656 im Vorjahr, und 4.567 Fälle mit falschen Polizeivollzugsbeamten, nach 3.904 im Vorjahr [1]. Die Zahlen stammen aus dem Teil der Statistik, der nur Taten umfasst, bei denen mindestens eine tatverdächtige Person im Inland gehandelt hat; Taten mit Tatverdächtigen im Ausland erfasst die PKS gesondert [1].

Anrufe von angeblichen Angehörigen

Beim Enkeltrick meldet sich der Anrufer oft mit "Rate mal, wer hier spricht" und bittet als vermeintlicher Enkel oder Bekannter kurzfristig um Bargeld [3]. Beim Schockanruf erzählen Täter von einem Unfall oder einer Festnahme eines nahen Verwandten und verlangen eine Kaution oder Geld für eine Operation [4]. Eine Variante läuft über Messenger: Die Täter schreiben als Kind oder Enkel, das Handy sei kaputt und dies sei die neue Nummer, und bitten um eine Überweisung [3]. Inzwischen lassen sich Stimmen von Angehörigen mit künstlicher Intelligenz täuschend echt nachahmen [2].

Falsche Amtspersonen und Firmen

Falsche Polizisten behaupten, Geld und Wertsachen seien zu Hause oder auf der Bank nicht sicher, und schicken einen Abholer [5]. Dabei nutzen sie Call-ID-Spoofing: Im Display erscheint eine vorgetäuschte Nummer [5]. Die 110 wird nach Angaben der Bundesnetzagentur nie rechtmäßig als Anrufernummer angezeigt; solche Anrufe müssen seit dem 01.12.2022 abgebrochen werden, bevor sie dich erreichen [6]. Eine echte Behördennummer im Display belegt laut Polizei nicht, dass der Anruf echt ist [2]. Falsche Bankmitarbeiter melden sich als besorgte Filialangestellte oder Beschäftigte von Zahlungsdiensten, berichten von verdächtigen Buchungen und fragen Passwörter, PIN und TAN ab [8].

An der Haustür

An der Tür treten Täter als Handwerker oder Verkäufer auf, verschaffen sich Zutritt und führen überteuerte oder unnötige Arbeiten aus [7]. Falsche Polizisten zeigen gefälschte Dienstausweise, um in die Wohnung zu kommen [5]. Die Polizei rät, keine Unbekannten in die Wohnung zu lassen und angebliche Amtspersonen draußen warten zu lassen, während du die Behörde unter einer selbst herausgesuchten Nummer anrufst [5].

Eine ältere Frau schaut durch den Spalt einer Wohnungstür, die mit einer Kette gesichert ist
Bild: KI-generiert

Die wichtigsten Regeln

Die Polizeiliche Kriminalprävention nennt fünf Verhaltensregeln: bei Zeitdruck oder seltsamen Geschichten das Gespräch sofort beenden, Angehörige oder Institutionen unter der bekannten Nummer zurückrufen, nie Passwörter, PINs, TANs oder Kontodaten am Telefon nennen, jeden Betrugsversuch der Polizei melden und nach einer Datenweitergabe Karten und Konten sperren lassen, etwa über den Sperr-Notruf 116 116 [2]. Bei einem verdächtigen Anruf informierst du die Polizei über die 110 [3]. Weil Täter Telefonbücher nach älteren Vornamen durchsuchen, empfiehlt die Polizei außerdem, den Vornamen im Eintrag abzukürzen oder den Eintrag ganz streichen zu lassen [3].

Ping-Anrufe, "Hallo Mama"-Nachrichten und wie du Rufnummernmissbrauch meldest, erklärt der Ratgeber Telefonbetrug auf handy.rocks.

  1. Behörde Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025, Ausgewählte Zahlen im Überblick (IMK-Bericht), Seiten 31 und 72. Bundeskriminalamt. Stand 04/2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Behörde Falsche Enkel, echte Gefahr: Telefonbetrug rechtzeitig durchschauen (Pressemitteilung). Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand 25.02.2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Behörde Enkeltrick. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Behörde Schockanrufe. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde Betrug durch falsche Polizisten. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Behörde Manipulation von Rufnummern. Bundesnetzagentur. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde Neujahrsvorsatz: Sprechen Sie mit Bekannten über Betrugsmaschen. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand 30.12.2024. abgerufen am 29.10.2026
  8. Behörde Im Alltag sicher leben: Informationen Ihrer Polizei für Seniorinnen und Senioren (Broschüre), Seiten 17 bis 22. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand 02/2026. abgerufen am 29.10.2026

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