Betrug im InternetRatgeber
Betrug mit Bankkonto und Depot: Maschen, Warnzeichen, erste Schritte
Beim Kontobetrug verschaffen sich Täter Zugang zu deinem Online-Banking oder bringen dich dazu, Zahlungen selbst freizugeben, meist über Phishing, gefälschte Bankanrufe oder Fernwartungsprogramme. Sperr den Zugang sofort über deine Bank oder den Sperr-Notruf 116 116, erstatte Anzeige und melde jede fremde Buchung schriftlich als nicht autorisiert.

Beim Kontobetrug geht es um dein Girokonto, dein Online-Banking und dein Wertpapierdepot. Die Täter wollen entweder selbst an dein Geld oder dich dazu bringen, es ihnen zu überweisen. Nach einer Umfrage des BSI hat etwa jede zehnte Person, die im Vorjahr von Cyberkriminalität betroffen war, Betrug beim Onlinebanking erlebt (11 Prozent) [2]. Diese Seite beschreibt die Maschen, die Warnzeichen und die ersten Schritte. Wie du dein Banking vorbeugend absicherst, steht unter Online-Banking sicher nutzen, wer am Ende für den Schaden aufkommt, unter Wer zahlt, wenn Betrüger dein Konto leeren.
Wie Betrüger an Konto und Depot kommen
Die meisten Angriffe zielen auf zwei Dinge: deine Zugangsdaten und deine Freigabe. Ein zweiter Faktor wie eine TAN ist beim Onlinebanking Pflicht [2], deshalb versuchen die Täter, auch an diese Bestätigung zu kommen.

Phishing und Schadprogramme
Gefälschte E-Mails, oft angeblich von Banken, verlangen PIN und TAN [1]. Banking-Trojaner in Anhängen oder Links fangen Eingaben ab und leiten Überweisungen um [1]. Die Polizei weist darauf hin, dass Bankgeschäfte heute oft per Smartphone oder an fremden Rechnern erledigt werden und Daten deshalb auf vielen Wegen abgeschöpft werden können; Smartphones sind besonders häufig Ziel solcher Angriffe [4]. Laut BSI sind außerdem gefälschte Banking-Apps im Umlauf [2]. Eine neuere Variante ist das Quishing: QR-Codes in gefälschten Bankbriefen, in SMS, in WhatsApp-Nachrichten oder auf überklebten Ladesäulen und Strafzetteln führen auf gefälschte Seiten oder zu Schadsoftware [1].
Anrufe von angeblichen Bankmitarbeitern
Beim Vishing rufen Täter von gefälschten, scheinbar echten Bankrufnummern an. Sie erzeugen Zeitdruck, etwa mit einem angeblichen Hackerangriff, und fordern Daten oder Überweisungen, besonders bei älteren Menschen [1]. Banken fragen am Telefon nicht nach Zugangsdaten [2]. Wie solche Gespräche ablaufen, beschreibt die Seite Anrufe von falschen Bankmitarbeitern.
Fernwartungsprogramme
Manche Täter bringen ihre Opfer dazu, ein Fernwartungsprogramm zu installieren. Über diesen Zugriff können sie das Onlinebanking nutzen, Konten oder Krypto-Wallets im Namen der Opfer eröffnen und persönliche Daten stehlen. Die BaFin rät deshalb, Fremden nie Zugriff auf eigene Geräte über Fernwartungssoftware zu geben [6].
Neue Bezahl-App auf einem fremden Gerät
Die Verbraucherzentralen beschreiben ein auffälliges Muster: Zuerst wird ein neues Mittel zur Zahlungsfreigabe eingerichtet, etwa Google Pay, Apple Pay oder eine neue App, danach folgen hohe Kontoverfügungen [3]. Auch nächtliche oder kurz aufeinanderfolgende Buchungen gelten als ungewöhnlich [3].
Konten auf deinen Namen
Nicht immer geht es um dein bestehendes Konto. Gefälschte Stellenanzeigen verlangen Ausweisfotos und eine Video-Identifizierung, mit denen Täter Konten auf fremden Namen eröffnen, etwa für Fake-Shops oder Geldwäsche [1]. Bei Gastbestellungen in Onlineshops geben Täter außerdem fremde IBANs ein, oft mit zuvor per Phishing erbeuteten Daten [1]. Mehr dazu unter Identitätsdiebstahl.
Depot: Aktientipps in Chatgruppen
Beim Depot läuft der Betrug oft über dich selbst. Die BaFin beschreibt Gruppen auf WhatsApp oder Telegram, oft mit Namen wie "School", "Lerngruppe" oder "Akademie", in denen angebliche Finanzprofis täglich Seminare halten [5]. Die Mitglieder sollen empfohlene Aktien über ihr eigenes Depot kaufen. Dahinter kann eine Kursmanipulation stecken, an der die Initiatoren verdienen [5]. Später werden die Opfer auf angebliche Handelsplattformen oder Apps gelockt, die Ausweiskopien abfragen und nur ein vorgetäuschtes Guthaben zeigen; das Geld landet über Krypto-Wallets oder ausländische Konten bei den Betrügern [5]. Als Köder dienen Renditeversprechen von teils bis zu 700 Prozent, Mitmach-Aktionen und gefälschte Lizenzdokumente [5]. Jahre später melden sich oft wieder Betrüger, die das verlorene Geld angeblich gefunden haben und dafür eine Vorauszahlung verlangen [5]. Die Masche mit falschen Plattformen erklärt die Seite Anlagebetrug mit falschen Trading-Plattformen.
Warnzeichen auf Konto und Depot
Je früher du Unregelmäßigkeiten bemerkst, desto mehr lässt sich retten. Das BSI rät, die Kontoaktivitäten regelmäßig zu kontrollieren, um verdächtige Abbuchungen früh zu erkennen [2]. Diese Zeichen sollten dich hellhörig machen:

- Abbuchungen oder Überweisungen, die du nicht zuordnen kannst [1]
- eine neue Bezahl-App oder Wallet, die du nicht eingerichtet hast, gefolgt von hohen Beträgen [3]
- Buchungen in der Nacht oder viele Buchungen kurz hintereinander [3]
- ein Anruf, eine E-Mail oder SMS, die angeblich von der Bank kommt und nach Zugangsdaten, PIN oder TAN fragt [1, 2]
- im Depot: Einladungen in Chatgruppen mit Aktientipps, garantierte Renditen, Druck zu schnellen Käufen oder Einzahlungen auf Konten, die nicht zum Anbieter gehören [5, 6]
Was du sofort tun solltest
Die Reihenfolge folgt den Empfehlungen von BaFin und Verbraucherzentralen. Wichtig ist vor allem, schnell zu sperren und alles schriftlich festzuhalten.

- Sperr Karte und Online-Banking sofort über deine Bank oder den Sperr-Notruf 116 116 [1, 3].
- Glaubst du, dass Dritte deine Zugangsdaten kennen, ändere sie sofort selbst im Online-Banking [1].
- Erstatte Anzeige, auch online über die Onlinewache deines Bundeslands, und teil das Aktenzeichen deiner Bank mit [3]. Nur die Polizei kann außerdem eine KUNO-Sperre gegen Lastschriftmissbrauch veranlassen, Bank und Sperr-Notruf können das nicht [1].
- Melde jede einzelne Buchung schriftlich oder per E-Mail als nicht autorisiert, mit Datum, Betrag und Empfänger. Telefonate sind außer für die Sperre nicht der richtige Weg [3].
- Bei Überweisungen ermittelst du über die IBAN die Bank des Empfängers und informierst auch sie [3].
- Verlang, dass die Gutschrift mit dem ursprünglichen Belastungsdatum gebucht wird, damit keine Zinsen anfallen [3].
Haben Täter mit deinen Kontodaten in Onlineshops bestellt, meldest du den Betrug auch dem Zahlungsdienstleister des Abbuchenden und dem betroffenen Händler und widersprichst unberechtigten Inkassoforderungen [1]. Bei Forderungen, die du bestritten hast, sind Drohungen mit einem Schufa-Eintrag unzulässig, und Inkassokosten dürfen dafür nicht verlangt werden [3]. Wie Sperre, KUNO und Rückholung von Lastschriften im Einzelnen funktionieren, steht unter Karte und Konto sperren, Geld zurückholen.
Erstattung: was die Bank tun muss
Für Zahlungen, die du nicht autorisiert hast, gilt eine klare gesetzliche Regel. Die Bank darf dir dafür keine Kosten berechnen und muss dein Konto wieder auf den Stand bringen, den es ohne die Abbuchung hätte [7]. Das muss unverzüglich geschehen, spätestens bis zum Ende des Geschäftstags nach dem Tag, an dem sie von der fehlenden Autorisierung erfahren hat [7]. Eine Ausnahme gibt es, wenn die Bank einer zuständigen Behörde schriftlich berechtigte Gründe für den Verdacht mitgeteilt hat, dass du betrügerisch gehandelt hast. Bestätigt sich der Verdacht nicht, muss sie unverzüglich erstatten [7].
Streitet ihr darüber, ob du eine Zahlung autorisiert hast, muss die Bank nachweisen, dass eine Authentifizierung stattgefunden hat und der Vorgang ordnungsgemäß aufgezeichnet wurde. Die bloße Aufzeichnung der Nutzung von PIN oder TAN reicht nach § 675w BGB nicht ohne Weiteres, um dich zu belasten [3, 8]. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 15.10.2026 (C-70/25) darf die Bank die Erstattung nicht mit dem Vorwurf grober Fahrlässigkeit verweigern. Sie kann den Schaden erst danach zurückverlangen und muss dafür nachweisen, dass er auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit von dir zurückgeht [3, 9]. Grob fahrlässig handelt nach dem Bundesgerichtshof nur, wer schwer und schlechthin unentschuldbar gegen die nötige Sorgfalt verstößt; das hängt vom Einzelfall ab [3].
Zahlt die Bank nicht, kannst du die zuständige Schlichtungsstelle einschalten, die im Impressum der Bank steht, mit anwaltlicher Hilfe den Rechtsweg prüfen und den Fall der BaFin melden [3]. Ob eine Rechtsschutzversicherung die Kosten für einen Streit mit der Bank übernimmt, hängt von deinem Vertrag ab. Hast du die Zahlung selbst ausgelöst, etwa an einen angeblichen Anlageberater, gelten diese Regeln nicht in gleicher Weise; welche Wege dann bleiben, beschreibt Geld vom Betrüger zurückfordern.
So senkst du das Risiko
Das BSI nennt einige Grundregeln: Updates für Betriebssystem, Browser und Banking-App zeitnah und möglichst automatisch installieren, Banking-Apps nur aus offiziellen App-Stores oder über die Website der Bank laden und E-Mails sowie SMS vor dem Öffnen von Links oder Anhängen genau prüfen [2]. Ein Überweisungslimit begrenzt den möglichen Schaden [2]. Auch andere Konten mit Zahlungsdaten sollten mit einem zweiten Faktor geschützt sein; Passkeys sind eine Alternative zu Passwort und zweitem Faktor [2].
Die BaFin ergänzt: Keine Zugangsdaten, TANs oder Bankdaten auf Aufforderung per E-Mail oder Telefon preisgeben, im Zweifel die Bank über einen selbst gewählten Kontakt anrufen und nicht über eine Nummer aus der verdächtigen Nachricht [1]. Beim Depot gilt: Einladungen in Chatgruppen mit Aktientipps nimmst du am besten nicht an, und Lizenzen prüfst du über die Unternehmensdatenbank der BaFin [5]. Verfahren wie PIN mit TAN gelten laut Polizei grundsätzlich als sicher; Betrüger versuchen deshalb, diese Sicherheitsverfahren zu umgehen [4].
- Behörde Datendiebstahl durch Phishing und Co.: So schützen Sie sich. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Weltspartag: Wie Verbraucherinnen und Verbraucher ihr Geld beim Onlinebanking schützen. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Stand 30.10.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Kreditkartenbetrug und Kontobetrug: Das können Sie jetzt tun. Verbraucherzentrale Bundesverband. Stand 16.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Tipps für sicheres Online-Banking. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Anlagebetrug über WhatsApp und Telegram. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Betrügerische Handelsplattformen. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz § 675u BGB: Haftung des Zahlungsdienstleisters für nicht autorisierte Zahlungsvorgänge. Bundesministerium der Justiz. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz § 675w BGB: Nachweis der Authentifizierung. Bundesministerium der Justiz. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Pressemitteilung Nr. 147/26: Urteil in der Rechtssache C-70/25. Gerichtshof der Europäischen Union. Stand 15.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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