Betrug im InternetRatgeber

Fake-Shops erkennen: Warnzeichen, Prüfung und Hilfe nach dem Kauf

Fake-Shops locken mit auffallend günstigen Preisen und lassen am Ende nur Vorkasse zu, die Ware kommt dann nie oder als Fälschung. Prüf vor dem Kauf Internetadresse, Impressum, Gütesiegel und Zahlungsarten, zum Beispiel mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale. Hast du schon bezahlt, ruf sofort deine Bank an und erstatte Anzeige.

Eine Frau in den Dreißigern sitzt auf dem Sofa mit einem leeren geöffneten Pappkarton auf dem Schoß und blickt ratlos
Bild: KI-generiert

Ein Fake-Shop sieht aus wie ein normaler Onlineshop, mit Produktbildern, AGB und Impressum. Bestellen kannst du dort auch, nur liefern wird niemand. Laut Polizei sind Fake-Shops eine besondere Form des Vorkassebetrugs: Meist zahlst du im Voraus und erhältst die Ware nie, seltener kommt minderwertige Ware oder eine Fälschung an [4]. Diese Seite zeigt, woran du solche Shops erkennst, wie du einen unbekannten Händler prüfst und was du tun kannst, wenn das Geld schon weg ist.

Wie Fake-Shops arbeiten

Die Betreiber kopieren teilweise die Websites real existierender Händler. Ihre Seiten enthalten Produktabbildungen, AGB und ein gefälschtes Impressum und sehen echten Shops täuschend ähnlich [3]. Gelockt wird mit auffallend günstigen Preisen für gefragte Produkte, auch für Waren, die bei der Konkurrenz ausverkauft sind. Die Angebote passen die Täter schnell an die aktuelle Nachfrage an [3]. Laut Polizei führen Anzeigen in Suchmaschinen oder auf anderen Websites auf solche Seiten [4].

Eine leere Haustürschwelle eines Reihenhauses mit Fußmatte und Topfpflanze im Licht des späten Nachmittags
Bild: KI-generiert

Nach der Bestellung täuschen die Täter oft Lieferschwierigkeiten vor, damit du deine Überweisung nicht zurückholst [3]. Weil sie häufig aus dem Ausland handeln, sind Fake-Shops schwer zu löschen und können über Wochen neue Opfer finden [3]. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass ihr Fakeshop-Finder jeden Monat neue gefälschte Onlineshops erkennt [2].

Die wichtigsten Warnzeichen

Einzelne Punkte können auch bei echten Händlern vorkommen. Ein günstiger Shop ist nicht automatisch ein Fakeshop, betont die Verbraucherzentrale [1]. Je mehr der folgenden Zeichen zusammenkommen, desto vorsichtiger solltest du sein.

Die Internetadresse

Achte auf Ungereimtheiten bei bekannten Adressen, etwa eine zusätzliche Endung wie ".de.com". Skeptisch solltest du auch werden, wenn die Adresse nicht zum Inhalt passt, zum Beispiel Schuhe unter einer Adresse, die nach Pflanzen klingt [1]. Das BSI nennt zusätzlich Adressen, die sich auf eine bekannte Marke beziehen [6]. Das Schloss in der Adresszeile und "https://" zeigen nur eine verschlüsselte Verbindung. Fakeshops nutzen laut BSI zunehmend ebenfalls verschlüsselte Verbindungen [6].

Zahlungsarten: am Ende nur Vorkasse

Ein typischer Ablauf: Bis zum letzten Bestellschritt werden mehrere Zahlungsarten angezeigt, am Ende bleibt nur Vorkasse per Überweisung [1, 4]. Die Verbraucherzentrale bringt es auf die Formel "erst die Ware, dann das Geld" und rät, ohne kundenfreundliche Zahlungsart nichts zu bestellen [1].

Impressum, AGB und Gütesiegel

Fehlt das Impressum, ist das laut Verbraucherzentrale ein absolutes No-Go. Ein vorhandenes Impressum muss unter anderem Adresse, Vertretungsberechtigte und E-Mail-Adresse nennen, gegebenenfalls auch die Handelsregisternummer, die du prüfen kannst [1]. Die Polizei nennt außerdem ein unvollständiges Impressum oder eine Adresse im Ausland als Warnzeichen [4]. Fehlen die AGB ganz, solltest du nichts bestellen; holpriges Deutsch aus einem Übersetzungsprogramm deutet auf erfundene oder kopierte AGB hin [1].

Gütesiegel können erfunden sein, oder ein echtes Siegel wie Trusted Shops wird ohne Zertifikat verwendet. Ein Klick auf das Siegel sollte zum Zertifikat des Shops beim Aussteller führen. Fehlt dieser Link, ist das Siegel wahrscheinlich gefälscht [1, 4]. Auch ein echtes Siegel hat Grenzen: Es prüft laut BSI meist nur den Shop und den Bestellprozess, und Betrüger können es unberechtigt verwenden [6]. Ein einheitliches Gütesiegel für den Onlinehandel gibt es nicht, Siegel bieten laut Polizei Orientierung und ersetzen keine kritische Haltung [7].

Kontakt und Kundenservice

Ein seriöser Shop nennt Telefon und E-Mail. Warnzeichen sind kostenpflichtige Auslandsnummern, ein reines Postfach oder nur ein Kontaktformular [6]. Die Firma aus dem Impressum sollte sich bei einer Internetrecherche unter der angegebenen Adresse finden lassen [6]. Rechtschreibfehler in den Produktbeschreibungen und einheitlich sehr niedrige Preise für alle Produkte zählt das BSI ebenfalls zu den typischen Warnzeichen [6].

Bewertungen und Preise

Bewertungen im Shop selbst reichen nicht. Häufen sich dort überschwängliche Lobeshymnen, während Bewertungen auf anderen Portalen stark davon abweichen, kann das ein Hinweis auf einen Fakeshop sein [1]. Auffallend niedrige Preise, die sich auf der Seite häufen, sind ein Grund, genauer hinzusehen [1]. Die Polizei rät, besonders an Aktionstagen innezuhalten, wenn ein Preis deutlich unter dem Marktwert liegt [4].

Einen Shop vor dem Kauf prüfen

Bevor du bei einem unbekannten Händler bestellst, lohnen sich ein paar Minuten Recherche. Die Polizei rät von Spontankäufen ab: Vergleiche den Preis mit anderen Anbietern und mit dem Laden vor Ort [3]. Gib den Namen des Shops in eine Suchmaschine ein und such nach Erfahrungen anderer Kunden, etwa in Foren. Auch die Verbraucherzentrale hat Informationen zu unseriösen Händlern [3].

Ein Mann in den Vierzigern sitzt von hinten gesehen am Schreibtisch mit Laptop, Notizblock und Stift unter einer Lampe
Bild: KI-generiert

Sieh dir auch die Pflichtangaben an. AGB, Datenschutz- und Widerrufsinformationen sollten einsehbar sein, dazu der Unternehmensname mit Rechtsform und die Umsatzsteuer-ID [6]. Versand-, Rücksende- und Zusatzkosten weist ein seriöser Shop transparent aus [6]. Bei Händlern außerhalb der EU muss laut Polizei nur angegeben werden, dass Steuern oder Zölle anfallen können, nicht wie hoch sie sind [8]. Im Bestellvorgang sollte der Bestellknopf eindeutig beschriftet sein, etwa mit "Zahlungspflichtig bestellen" oder "Jetzt kaufen", und nach der Bestellung kommt eine Bestätigung per E-Mail [6]. Hast du einen Verdacht, kannst du den Betreiber auch direkt anschreiben und kritisch nachfragen [4].

Ein schneller Weg ist der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale. Du gibst die Adresse des Shops ein und bekommst eine Ampel [2]. Grün bedeutet, dass der Shop bisher nicht negativ aufgefallen ist und auf einer geprüften Positivliste steht. Gelb ist ein uneindeutiges Ergebnis, Rot heißt, der Shop kann bereits als Fakeshop aufgefallen sein [2]. Geprüft werden unter anderem Adresse, Zahlungsarten, Preise und Impressum [2]. Auch die Polizei empfiehlt den Fakeshop-Finder vor dem Kauf [4]. Das BSI nennt daneben die österreichische Watchlist Internet mit einer Liste betrügerischer Shops [6]. Unser Werkzeug Online-Shop prüfen führt dich Punkt für Punkt durch die Merkmale dieser Seite.

Sicher bezahlen

Die Zahlungsart entscheidet, ob du dein Geld bei einem Betrug zurückholen kannst. Kauf auf Rechnung bietet laut Polizei Schutz. Überweisungen lassen sich nur kurzfristig zurückholen, Lastschriften noch einige Zeit später stornieren [3]. Zahlungsarten mit Käuferschutz gelten als sicher, wenn du ihre Funktion und Bedingungen kennst [4]. Bargeldtransfer und Guthabenkarten wie paysafecard solltest du laut Polizei nicht nutzen [3]. Mehr zu den Zahlungswegen steht unter Sicher online bezahlen.

Kaufst du bei einem echten Händler mit Sitz in Deutschland aus der Ferne, hast du in der Regel zwei Wochen ab Erhalt der Ware ein Widerrufsrecht. Den Widerruf musst du erklären, die bloße Rücksendung reicht laut Polizei nicht [8]. Bei einem Fake-Shop hilft dir das wenig, weil niemand erreichbar ist. Deshalb zählt die Zahlungsart.

Bei Kreditkarten gibt es das Chargeback, eine Rückbuchung nach den Regeln der Kartenorganisationen. Das Europäische Verbraucherzentrum nennt Betrug, Fake-Shops und gelieferte Fälschungen ausdrücklich als Fälle, in denen ein Chargeback in Betracht kommen kann [5]. Reine Girocard-Zahlungen lassen sich so nicht zurückholen [5].

Was du tun kannst, wenn du schon bezahlt hast

Ruf sofort deine Bank an und lass prüfen, ob sich die Zahlung noch stoppen lässt. Das Zeitfenster reicht laut Verbraucherzentrale von einigen Stunden bis zu wenigen Sekunden [1]. Hast du über einen Bargeldtransfer bezahlt, kontaktierst du sofort den Dienstleister und lässt die Transaktion stoppen [3]. Eine Lastschrift kannst du bis zu acht Wochen nach dem Einzug zurückbuchen lassen [1].

Eine Frau in den Fünfzigern steht am Küchenfenster, hält ein Telefon ans Ohr und blickt konzentriert
Bild: KI-generiert

Für eine Kreditkartenzahlung beantragst du das Chargeback bei der Bank, die deine Karte ausgegeben hat, nicht bei Visa oder Mastercard [5]. Die Kartenunternehmen gewähren meist bis zu 120 Tage ab dem Abbuchungsdatum auf der Abrechnung. Bei nicht gelieferter Ware gelten etwa 30 Tage ab dem Zeitpunkt, an dem klar ist, dass nichts mehr kommt [5]. Dem Antrag fügst du Abrechnung, Bestellbestätigung und Schriftverkehr bei [5].

Sichere alle Belege: Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und einen Screenshot des Angebots [1, 3]. Dann erstattest du zeitnah Anzeige, auch online über die Internetwache der Polizei [1, 3]. Auch wenn die Täter schwer zu fassen sind, ermöglicht eine Anzeige laut Polizei ein konsequentes Vorgehen gegen Fake-Shops [3]. Deine Unterlagen kannst du bei einer Beratungsstelle der Verbraucherzentrale prüfen lassen [1]. Eine Übersicht für den Notfall bietet die SOS-Karte zum Onlineshopping von BSI und Verbraucherzentrale [1, 6]. Wie die Anzeige abläuft, erklärt Betrug anzeigen, weitere Wege zum Geld beschreibt Geld vom Betrüger zurückfordern.

Hast du statt der bestellten Ware eine Fälschung bekommen, findest du Hinweise unter Gefälschte Markenware erkennen. Wie Rückgabe und Umtausch bei einem echten Händler laufen, steht auf Geschenk umtauschen: was erlaubt ist.

  1. Organisation Abzocke online: Wie erkenne ich Fakeshops im Internet?. Verbraucherzentrale Bundesverband. Stand 11.06.2025. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Fakeshop-Finder. Verbraucherzentrale Bundesverband. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Behörde Fake-Shops: Beim Onlinekauf immer misstrauisch sein. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Behörde Sicher Handeln: Fake Shops. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Chargeback: So holen Sie Kreditkartenzahlungen zurück. Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland. Stand 31.03.2026. abgerufen am 29.10.2026
  6. Behörde Woran erkenne ich sichere Onlineshops?. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde Gütesiegel. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Behörde Tipps für Käufer. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.