Betrug im InternetRatgeber

Krypto-Betrug: die Maschen und wie du dich schützt

Krypto-Betrug läuft meist über falsche Handelsplattformen, Chatgruppen mit angeblichen Experten, manipulierte Coins oder gestohlene Zugangsdaten und Seed-Wörter. Prüf jeden Anbieter in der Unternehmensdatenbank der BaFin, gib Seed-Wörter niemals weiter und zahl nach einem Betrug keine Gebühren für angebliche Rückholungen.

Ein Mann in den Dreißigern sitzt nachts an einem Schreibtisch vor einem zugeklappten Laptop und reibt sich die Stirn
Bild: KI-generiert

Kryptowerte locken mit schnellen Gewinnen, und genau damit arbeiten Betrüger. Manche bauen ganze Handelsplattformen nach, andere treiben in Chatgruppen den Kurs kleiner Coins hoch oder greifen die Zugangsdaten zu Börsenkonten und Wallets ab. Diese Seite beschreibt die bekannten Maschen, zeigt, wie du einen Anbieter prüfst, und erklärt, was du nach einem Betrug tust. Sie empfiehlt keine Anbieter und gibt keine Anlageberatung.

Warum Krypto-Betrug schwer rückgängig zu machen ist

Einige Eigenschaften von Kryptowerten machen den Schaden größer als bei einer Kartenzahlung. Transaktionen auf der Blockchain lassen sich kaum rückgängig machen [1]. Eine Einlagensicherung wie bei Spareinlagen gibt es weder bei Kryptowerten noch bei Verwahrdienstleistern [1, 2]. Hängt der Zugang zu einer eigenen Wallet am privaten Schlüssel und geht dieser verloren, ist das gesamte Guthaben gefährdet; anders als beim Online-Banking lässt er sich nicht wiederherstellen [2].

Eine kleine Stahlplatte und ein Blatt Papier liegen in einer offenen Holzkiste auf einem Regal
Bild: KI-generiert

Die Regulierung hilft nur zum Teil. Das seit Ende 2024 geltende Finanzmarktdigitalisierungsgesetz setzt die EU-Verordnung MiCAR in deutsches Recht um und regelt Emission, Handel und Verwahrung von Kryptowerten [2]. Bei Kryptowerten ohne erkennbaren Emittenten wie Bitcoin ist aber nur die Dienstleistung reguliert, also etwa Handel und Verwahrung, nicht der Wert selbst [2]. Seit dem 01.07.2026 dürfen in der EU nur noch Anbieter mit einer MiCAR-Lizenz Kryptowerte-Dienstleistungen erbringen; Deutschland hatte die Übergangsfrist schon auf den 31.12.2025 verkürzt [6]. Die Verbraucherzentralen halten Kryptoanlagen für sehr spekulativ und nicht zum Vermögensaufbau geeignet, ein Totalverlust ist möglich [1].

Die häufigsten Maschen

Die Maschen unterscheiden sich darin, wo das Geld verloren geht: auf einer erfundenen Plattform, an einem manipulierten Markt oder über gestohlene Zugangsdaten.

Drei junge Erwachsene sitzen an einem trüben Nachmittag mit Abstand nebeneinander auf einer Parkbank
Bild: KI-generiert

Falsche Handelsplattformen

Angebliche Online-Handelsplattformen versprechen per Anruf oder E-Mail schnelles Geld und hohe Gewinne. Die Täter geben sich als Mitarbeitende seriöser Firmen aus und werben mit gefälschter Prominenten-Werbung und nachgeahmten Schlagzeilen [3]. Eine Betrugssoftware zeigt erfundene Kontostände und Erträge, investiert wird nichts [3]. Opfer werden oft gedrängt, eine Krypto-Wallet einzurichten; das eingezahlte Geld wird in Bitcoin umgewandelt und landet bei den Kriminellen [3]. Spätestens beim Wunsch nach einer Auszahlung zeigt sich der Betrug, denn Auszahlungen scheitern bei betrügerischen Plattformen oft, laut Verbraucherzentrale selbst Teilauszahlungen [1]. Die BaFin beschreibt dagegen kleine Testauszahlungen zu Beginn, die Vertrauen schaffen sollen [5]. Stattdessen werden angebliche Steuern, Gebühren oder Liquiditätsnachweise verlangt [3]. Ausführlich beschreibt das die Seite Anlagebetrug mit falschen Trading-Plattformen.

Chatgruppen mit angeblichen Experten

In Chatgruppen auf Messengern erschleichen sich Betrüger mit falschen Identitäten Vertrauen, geben fragwürdige Anlageempfehlungen und setzen die Mitglieder mit aggressiven Aufforderungen und Zeitdruck unter Druck [2]. Die BaFin veröffentlichte 2025 rund 100 Warnungen vor unseriösen oder betrügerischen Chatgruppen, meist auf WhatsApp [2]. Oft führt der Weg von der Gruppe auf eine angebliche Handelsplattform oder App, und das Geld fließt über Krypto-Wallets oder ausländische Konten ab [5]. Romantische Kontakte, die irgendwann eine gemeinsame Geldanlage vorschlagen, sind eine verwandte Masche; mehr dazu unter Romance Scam.

Memecoins, Pump and Dump und Rug Pull

Memecoins entstehen oft aus einem Internet-Mem und haben kaum oder gar keine technische Funktion. Ihr Preis hängt allein von der Nachfrage ab [4]. Beim Pump and Dump werben Beteiligte günstig gekaufte Coins in sozialen Medien künstlich an und verkaufen, sobald der Kurs steigt. Beim Rug Pull ziehen sich Eingeweihte planmäßig zurück, der Kurs bricht ein, und Anleger können bis zum Totalverlust betroffen sein [4]. Mit Wash Trades, bei denen dieselbe Person kauft und verkauft, wirken die Umsätze höher, als sie sind [4]. Die BaFin sagt dazu: "Geschäfte mit Memecoins sind keine Geldanlagen, sondern reine Spekulation." [4] Vorsicht ist laut BaFin geboten, wenn Emittenten oder Anbieter anonym sind, ein Impressum fehlt oder für einen Coin aggressiv in Gruppen auf WhatsApp, Telegram oder Discord geworben wird [4]. Finfluencer legen häufig nicht offen, ob sie bezahlt werden oder selbst Coins besitzen [4].

Phishing und gehackte Börsenkonten

Angreifer können Zugangsdaten zu Kryptobörsen oder Brokern erbeuten [1]. Auch die Plattformen selbst werden angegriffen: Den bisher größten bekannten Diebstahl erlebte nach Angaben der BaFin die Börse Bybit im Februar 2025 mit rund 1,4 Milliarden US-Dollar [2]. Anbieter können außerdem insolvent werden oder selbst betrügen, wie die Verbraucherzentrale am Beispiel von FTX und QuadrigaCX zeigt [1]. Auch Fernwartungsprogramme sind ein Einfallstor: Wer Fremden darüber Zugriff gibt, riskiert, dass sie in seinem Namen Konten oder Krypto-Wallets eröffnen und Daten stehlen [3]. Kleine und neue Coins, Vorabverteilungen an wenige Personen (Premining), kaum regulierte Coin-Ausgaben (ICOs) und Cloud Mining mit versprochenen Renditen nennt die Verbraucherzentrale als weitere Felder, in denen es Abzocke und betrügerische Dienste gibt [1].

Manipulierte Hardware-Wallets

Im Oktober 2026 warnte die Polizei vor Hardware-Wallets, die schon vor dem Verkauf manipuliert worden waren. Eingebaute Zusatzbauteile lasen die angezeigten Seed-Wörter mit und schickten sie per Mobilfunk an die Täter; auch in Deutschland verkaufte Geräte waren betroffen [7]. Laut einer Blockchain-Analyse, auf die sich die Polizei beruft, wurden bis Mitte Oktober 324 Wallets geleert, der Schaden lag bei rund 102 Millionen US-Dollar [7].

Anbieter prüfen, bevor du Geld überweist

Die BaFin empfiehlt eine Reihe von Prüfschritten [3]. Keiner davon garantiert Sicherheit, zusammen filtern sie aber viele Betrüger heraus.

Eine Frau in den Fünfzigern sitzt am Esstisch und schreibt mit Lesebrille Notizen auf einen Block
Bild: KI-generiert
  1. Lizenz prüfen: Ist der Anbieter von der BaFin oder einer anderen Behörde im Europäischen Wirtschaftsraum zugelassen? Das zeigt die Unternehmensdatenbank der BaFin [3, 8].
  2. Warnungen prüfen: Die BaFin veröffentlicht Warnmeldungen zu unerlaubten Angeboten. Die Listen decken aber nicht alle betrügerischen Angebote ab [3].
  3. Impressum prüfen: Ein fehlendes oder fehlerhaftes Impressum ist ein Warnzeichen. Deutsche Unternehmen findest du im Registerportal der Länder [3].
  4. Kontakt selbst recherchieren: Such die Kontaktdaten des echten Unternehmens selbst heraus und frag dort nach, ob das Angebot stammt [3].
  5. Unabhängig informieren, zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale [3].

Weitere Warnzeichen nennt die BaFin ebenfalls: unaufgeforderte Anrufe zu Geldanlagen, versprochene sichere Anlagen oder garantierte Renditen, Boni und Demo-Konten als Köder, Druck zu schnellen Entscheidungen, sehr junge Websites, Zahlungen auf Konten, die nicht erkennbar zum Anbieter gehören, und die Forderung nach Ausweiskopien [3]. Krypto-Unternehmen ohne MiCAR-Erlaubnis, die in Deutschland tätig werden wollen, verfolgt die BaFin grundsätzlich und warnt dann die Verbraucher [9].

Seed-Wörter und Wallet schützen

Die Seed-Wörter, auch Wiederherstellungsphrase oder Seed Phrase genannt, wirken wie ein Generalschlüssel: Wer sie kennt, kann das Guthaben abziehen [7]. Geht die Seed Phrase verloren, gibt es keine Möglichkeit zur Wiederherstellung, und gerät sie in fremde Hände, verlierst du die Kontrolle [1]. Die Polizei rät, Seed-Wörter nie online oder am Telefon preiszugeben und sie offline aufzubewahren, etwa auf Papier oder Metall, nicht als Foto, Datei oder E-Mail [7]. Hardware-Wallets kaufst du möglichst direkt beim Hersteller, achtest auf Kratzer, Klebespuren oder beschädigte Siegel und nutzt die Echtheitsprüfung des Herstellers. Fehlen solche Spuren, beweist das nicht, dass das Gerät unversehrt ist [7]. Hardware-Wallets, die offline arbeiten, gelten laut Verbraucherzentrale als sicherer als Software-Wallets [1].

Für Konten bei Börsen und Brokern empfiehlt die Verbraucherzentrale eine Zwei-Faktor-Authentifizierung und starke, einzigartige Passwörter [1]. Sie rät außerdem, Gebühren in Euro umzurechnen und bei Überweisungen die richtige Blockchain zu wählen, weil Coins sonst verloren gehen können [1]. Wechselt ein Broker seine Lizenz, kann ein Token zudem plötzlich nicht mehr handelbar sein [1]. Wie das geht, steht unter Sichere Passwörter und Anmeldung in zwei Schritten. Hast du den Verdacht, dass ein Gerät manipuliert ist, ziehst du das Guthaben sofort auf eine neue Wallet mit neuen Seed-Wörtern um; die alten gelten dann als kompromittiert [7].

Wenn du betrogen wurdest

Bei Verdacht auf Betrug schaltest du die Polizei ein [3]. Wie eine Anzeige abläuft, beschreibt Betrug anzeigen. Ist Geld per Überweisung von deinem Bankkonto abgeflossen, informierst du sofort deine Bank; Hinweise dazu stehen unter Karte und Konto sperren, Geld zurückholen. Zahl keine weiteren Gebühren oder Steuern für eine angebliche Auszahlung [3].

Rechne damit, dass sich danach wieder jemand meldet. Die BaFin beschreibt eine Nachmasche: Jahre später geben Betrüger vor, verlorenes Geld wiedergefunden zu haben, und verlangen Gebühren für die Freigabe [3]. Auf unaufgeforderte Hilfsangebote zur Rückholung gehst du nicht ein, auch wenn sie sich als Angebote der BaFin ausgeben [3]. Mehr dazu unter Recovery Scam. Bei Fragen zur Aufsicht über einen Anbieter hilft das Verbrauchertelefon der BaFin [3].

  1. Organisation Kryptoanlagen: Was sind die Risiken?. Verbraucherzentrale Bundesverband. Stand 06.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  2. Behörde Risiken im Fokus 2026: Investitionen in Kryptowerte und der Einfluss sozialer Medien auf das Anlageverhalten. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Behörde Betrügerische Handelsplattformen. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Behörde Memecoins: Glücksspiel statt Geldanlage. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde Anlagebetrug über WhatsApp und Telegram. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Behörde BaFin und FIU warnen vor Geldwäscherisiken. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Stand 08.07.2026. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde Manipulierte Wallets: Vorsicht vor Krypto-Diebstahl!. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand 19.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Behörde Datenbanken zu Instituten, Prospekten und Co.. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  9. Behörde "Eine BaFin-Lizenz ist ein Gütesiegel". Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Stand 26.08.2026. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.