Betrug im InternetRatgeber

Betrug bei Kleinanzeigen: die Maschen beim Kaufen und Verkaufen

Die häufigsten Maschen bei Kleinanzeigen sind gefälschte Zahlungslinks, angeblich für "Sicher bezahlen", QR-Codes zu Phishing-Seiten und der Dreiecksbetrug mit gehackten oder fremden Konten. Bleib im Chat der Plattform, öffne keine zugeschickten Links und Codes, zahl nicht vorab für Versand und nutze nur Zahlungswege mit Käuferschutz.

Ein junger Mann sitzt auf dem Sofa, neben ihm ein umgedrehtes Telefon, vor ihm ein Karton mit Kopfhörern
Bild: KI-generiert

Auf Kleinanzeigenportalen verkaufen Privatleute an Privatleute, und genau das nutzen Betrüger aus. Sie geben sich als freundliche Kaufinteressenten aus, schicken Links zu angeblichen Zahlungsseiten oder bieten Ware an, die es nicht gibt. Die Verbraucherzentrale Hamburg beschreibt das Grundmuster so: Häufig wird vorab Geld verlangt, bevor die Ware den Besitzer wechselt, und die Täter wirken dabei vertrauenswürdig [2]. Diese Seite zeigt die bekannten Maschen beim Verkaufen und beim Kaufen und was du tust, wenn es schon passiert ist. Die Beispiele beziehen sich auf das Portal Kleinanzeigen.

So läuft eine echte Zahlung auf der Plattform

Viele Maschen missbrauchen den Namen der Bezahlfunktion "Sicher bezahlen". Wer den echten Ablauf kennt, erkennt die Fälschung schneller. Laut Hilfeseite von Kleinanzeigen kaufst du direkt über die Anzeige oder schickst dem Verkäufer über die Nachrichtenbox ein Angebot. Dann gibst du Adresse, Versand- und Zahlungsmethode an und schließt die Zahlung ab, manchmal mit einer Freigabe in deiner Bank-App [3]. Der Betrag wird bis zum Abschluss beim Zahlungsdienstleister verwahrt. Der Verkäufer hat 48 Stunden Zeit, den Kauf zu bestätigen, und erst mit deiner Bestätigung nach Erhalt der Ware wird das Geld an ihn freigegeben [3]. Probleme musst du innerhalb von 14 Tagen melden [3]. Der Käuferschutz gilt für Versand innerhalb Deutschlands [3]. Ein Link oder QR-Code, den dir jemand per Nachricht schickt, gehört nicht zu diesem Ablauf. Kleinanzeigen rät ausdrücklich, solche zugeschickten Links und QR-Codes nicht zu öffnen und nur über die Plattform zu kommunizieren [4].

Eine Frau in den Dreißigern klebt am Küchentisch einen Paketkarton zu, daneben Klebeband und Schere
Bild: KI-generiert

Echte Nachrichten der Plattform setzen dich laut Kleinanzeigen nicht unter Druck, enthalten keine Drohungen und keine Fristen wie "Verifiziere dein Konto innerhalb von 12 Stunden" [4]. Zahlungen laufen dort im Nachrichtenverlauf ab [4]. Als Verkäufer musst du also nirgends deine Kartendaten eingeben, um Geld zu bekommen. Die Verbraucherzentrale sagt es knapp: Echte Zahlungen erfordern keine Zahlungsbestätigung durch dich [1].

Maschen, wenn du verkaufst

Wer etwas verkauft, ist das häufigste Ziel. Die Täter wollen entweder deine Karten- und Kontodaten oder deine Ware, ohne dafür zu bezahlen.

Ein gebrauchtes Fahrrad lehnt in der Nachmittagssonne an einem Gartenzaun vor einem Reihenhaus
Bild: KI-generiert

Der gefälschte Link zu "Sicher bezahlen"

Ein Interessent will angeblich über "Sicher bezahlen" zahlen und schickt dir einen Link. Er führt auf eine nachgebaute Seite, auf der du Kreditkarten- oder PayPal-Daten eingeben sollst [1]. Die Daten landen bei den Betrügern, und das Konto wird anschließend leergeräumt [2]. Eine Rückbuchung durch die Bank ist in der Regel nicht möglich [1].

Kreditkarten-Falle und QR-Code

Bei der Kreditkarten-Falle meldet ein angeblicher Käufer eine fehlgeschlagene Zahlung. Eine gefälschte Nachricht, die nach dem Portal aussieht, fordert dich auf, deine Kartendaten samt Prüfziffer einzugeben [2]. Eine Zahlung findet nie statt [1]. Bei der QR-Code-Masche, auch Quishing genannt, schickt der Käufer das Foto einer angeblichen Zahlungsbestätigung und einen QR-Code. Dahinter steckt wieder eine Seite, die Kartendaten abfragt; statt Geld zu bekommen, findest du später Abbuchungen [2]. Mehr dazu unter Betrug mit QR-Codes.

Dreiecksbetrug: Geld von einem gehackten Konto

Hier kommt das Geld tatsächlich an, stammt aber von einem gehackten Konto. Du verschickst die Ware, oft an eine Packstation oder eine andere Adresse. Später fordert die Bank das Geld zurück, und die Ware ist weg [2]. Ähnlich läuft der PayPal-Trick: Der Käufer zahlt über "Geld an Freunde und Familie senden". Dafür gibt es keinen Käuferschutz, und stammt das Geld von einem gehackten Konto, musst du es zurückzahlen [2].

Vorkasse für Spedition, Gutscheine und Schecks

Bei der Transportkosten-Falle verlangt ein angeblicher Käufer aus dem Ausland, dass du Kosten für eine Spedition vorstreckst. Gefälschte Bestätigungen und Drohmails sollen Druck machen, doch Käufer und Spedition existieren nicht [2]. Andere Täter verlangen, dass du eine Gutscheinkarte kaufst und den Code per E-Mail schickst, oder sie schicken einen überhöhten Scheck und bitten dich, die Differenz zurückzuüberweisen. Platzt der Scheck später, verlierst du Geld und Ware [2].

Missbrauch des Käuferschutzes

Auch ehrliche Zahlungswege lassen sich missbrauchen. Ein Käufer meldet nach Erhalt einen Streitfall, obwohl die Ware ordnungsgemäß verschickt wurde [1]. Der Zahlungsanbieter friert die Transaktion dann ein, bis der Fall geklärt ist, und beide Seiten müssen Beweise vorlegen [1]. Die Verbraucherzentrale rät, das Verpacken zu filmen und möglichst einen Zeugen hinzuzuziehen [1].

Maschen, wenn du kaufst

Als Käufer riskierst du vor allem dein Geld. Die Ware ist oft frei erfunden oder gehört gar nicht dem Anbieter.

Zwei Menschen in den Vierzigern treffen sich an einer ruhigen Wohnstraße, einer übergibt einen eingepackten Gegenstand
Bild: KI-generiert
  • Zahlung über "Freunde und Familie": Der Verkäufer verlangt diese PayPal-Option. Kommt die Ware nicht oder entspricht sie nicht der Beschreibung, gibt es keine Erstattung [2].
  • Manipulierte Kontodaten: Kriminelle ändern die im Portal hinterlegte Bankverbindung eines Verkäufers, sodass dein Geld bei einer dritten Person landet. Weil diese oft nicht auffindbar ist, ist eine Rückholung meist nicht möglich [1, 2].
  • Ware aus Fake-Shops: Betrüger bieten über Fake-Shops oder gehackte Konten Ware günstig an, die sie nicht besitzen. Nach deiner Zahlung bestellen sie die Ware mit deinen Daten woanders [2].
  • Bargeldtransfer: Verlangt wird eine Zahlung über Western Union, etwa für Kaution oder Überführung. Danach verschwindet der Empfänger, und das Geld ist praktisch nicht rückholbar [1, 2].

Ein Warnsignal nennt die Verbraucherzentrale Hamburg ausdrücklich: Angaben, die nicht zusammenpassen, etwa ein Verkäufer aus Hamburg mit spanischer Bankverbindung [2]. Wie du Fake-Shops außerhalb der Portale erkennst, erklärt die Seite Fake-Shops erkennen.

Warnzeichen im Überblick

Die Tabelle fasst zusammen, welche Anfragen in einem Kleinanzeigen-Chat stutzig machen sollten.

Anfrage oder SituationWas dahinter stecken kann
Link oder QR-Code zu einer Zahlungsseite per NachrichtPhishing-Seite, die Karten- oder Kontodaten abgreift [1, 2]
Bitte, zum Erhalt einer Zahlung Kartendaten einzugebenKreditkarten-Falle, eine Zahlung findet nie statt [1]
Wechsel aus dem Portal zu WhatsApp, E-Mail oder SMSKontakt außerhalb der Plattform, Nachrichten mit gefälschten Links [4]
Frist oder Drohung, etwa Kontosperrung in wenigen Stundengefälschte Nachricht; echte Nachrichten der Plattform drohen nicht [4]
Vorkasse für Spedition, Versicherung oder GutscheincodeTransportkosten-Falle oder Gutscheinkarten-Masche [2]
Zahlung über "Freunde und Familie" oder Bargeldtransferkein Käuferschutz, Geld kaum rückholbar [1, 2]
Versand an Packstation oder abweichende Adressemöglicher Dreiecksbetrug mit gehacktem Konto [2]

So schützt du dich

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, nur die Funktionen und Kommunikationswege der Plattform zu nutzen und keine zugeschickten Links, QR-Codes oder externen Seiten [1]. Kreditkartendaten, Passwörter oder TANs gibst du an niemanden weiter [1]. PayPal nutzt du nur mit Käuferschutz, also über "Waren und Dienstleistungen" [1]. Gutscheincodes verschickst du nicht, und in Vorleistung gehst du auch nicht [1]. Zeitdruck und ungewöhnliche Forderungen sind Warnsignale; im Zweifel brichst du den Handel ab [1]. Kleinanzeigen selbst rät, Absender und Zieladresse von Links vor dem Klicken zu prüfen oder die Website direkt im Browser aufzurufen [4].

Gefälschte Nachrichten kommen nicht nur über den Chat. Laut Kleinanzeigen schicken Betrüger sie auch per E-Mail, SMS oder WhatsApp und mit QR-Codes; häufig geht es um angebliche Bezahlbestätigungen, eine drohende Kontosperrung oder gefälschte Seiten eines Paketdienstes [4]. Warnsignale sind unbekannte Absenderadressen, Tippfehler, ungewöhnliche Formulierungen und Links, die nur angeblich von der Plattform stammen [4]. Beim Kaufen rät die Verbraucherzentrale außerdem zur Vorsicht bei Schecks und bei Überweisungen auf fremde Konten. Pakete per Nachnahme öffnest du nur in Anwesenheit des Zustellers oder in der Filiale und reklamierst Probleme sofort [1].

Ganz absichern lässt sich ein Online-Handel kaum, deshalb lohnt es sich, Ware und Versand mit Fotos oder Videos zu dokumentieren [1]. Am sichersten ist nach Einschätzung der Verbraucherzentrale weiterhin die persönliche Übergabe mit Barzahlung [1]. Verdächtige Inserate meldest du dem Portalbetreiber [2]. Allgemeine Regeln für Zahlungen im Netz stehen unter Sicher online bezahlen.

Wenn du schon betrogen wurdest

Die Verbraucherzentrale nennt diese Schritte [1]:

  1. Erstatte Anzeige bei der Polizei. Wie das geht, steht unter Betrug anzeigen.
  2. Informiere das Portal und melde das betrügerische Profil.
  3. Ändere sofort deine Passwörter.
  4. Kontaktiere deine Bank oder deinen Zahlungsdienst und lass prüfen, ob sich Zahlungen rückgängig machen lassen.
  5. Sichere Beweise: Screenshots von Chats, E-Mails und Transaktionen.

Hast du Kartendaten auf einer gefälschten Seite eingegeben, lass die Karte sofort sperren. Den Weg über den Sperr-Notruf 116 116 beschreibt die Seite Karte und Konto sperren. Verdächtige Links kannst du Kleinanzeigen über ein Formular für Phishing-Links im Hilfe-Center melden; die Nachricht selbst löschst du danach [4]. Die Verbraucherzentralen bieten außerdem einen Notfall-Check im Netz an, mit Fragen und einer Checkliste zum Herunterladen [2].

  1. Organisation Betrug mit Kleinanzeigen: Diese Maschen sollten Sie kennen. Verbraucherzentrale Bundesverband. Stand 23.09.2025. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Betrugsmaschen mit Kleinanzeigen im Internet. Verbraucherzentrale Hamburg. Stand 28.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation So funktioniert der Kauf mit "Sicher bezahlen". Kleinanzeigen Hilfe-Center. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Phishing auf Kleinanzeigen erkennen und vermeiden. Kleinanzeigen Hilfe-Center. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.