Schutz vor BetrugWerkzeug
Verdächtige Nachricht prüfen: vier Fragen zu Absender, Druck, Zahlung und Link
Prüfe, wer wirklich schreibt, ob die Nachricht Druck macht, ob du Geld zahlen oder Daten preisgeben sollst und wohin ein Link führt. Je mehr dieser Warnzeichen zusammenkommen, desto wahrscheinlicher ist Betrug. Klick im Zweifel nicht und prüf das Anliegen über einen Weg, den du selbst herausgesucht hast.
Werkzeug
Verdächtige Nachricht prüfen
Wähl aus, wie die Nachricht kam, und beantworte vier Fragen zu Absender, Druck, Zahlung und Link. Das Werkzeug zeigt eine Einschätzung in drei Stufen mit deinen Warnzeichen.
Den Text der Nachricht musst du nicht eingeben. Deine Antworten werden nur in deinem Browser ausgewertet, nicht übertragen und nicht gespeichert.

Das Werkzeug fragt zuerst, auf welchem Weg die Nachricht kam: E-Mail, SMS oder Messenger. Danach stellt es vier Fragen: Wer ist der Absender, macht die Nachricht Druck, sollst du Geld zahlen oder Daten preisgeben, und enthält sie einen Link? Zu jeder Frage wählst du die passenden Antworten aus. Zum Schluss fragt es, ob du schon reagiert hast. Am Ende erhältst du eine Einschätzung in drei Stufen mit den Warnzeichen, die du angekreuzt hast, und Hinweisen, was du jetzt tun kannst. Den Text der Nachricht musst du nicht einfügen. Deine Antworten bleiben in deinem Browser und werden nicht übertragen.
Die vier Prüffragen
Die Fragen folgen den Merkmalen, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die Polizei und die Bundesnetzagentur für gefälschte Nachrichten beschreiben. Kein einzelnes Merkmal beweist Betrug. Treffen mehrere zu, solltest du die Nachricht als verdächtig behandeln.

Wer schreibt dir?
In der Absenderzeile kann ein bekannter Name stehen, während die tatsächliche Adresse eine ganz andere ist. Fährst du mit dem Mauszeiger über die Absenderzeile, ohne zu klicken, zeigt sich die eingebettete Adresse [1]. Verdächtig ist auch eine Nachricht, die scheinbar von einer bekannten Person oder Organisation stammt, deren Anliegen aber ungewöhnlich ist [1]. Per SMS geben sich Täter oft als Bank oder Paketdienst aus, etwa mit einem angeblichen Zustellfehler und offenen Zollgebühren [4]. Im Messenger schreibt angeblich das eigene Kind von einer neuen Handynummer [2]. In Firmen geben sich Täter über WhatsApp als Führungskraft aus und drängen Beschäftigte zu hohen Überweisungen [4].
Macht die Nachricht Druck?
Phishing-Nachrichten behaupten oft einen dringenden Handlungsbedarf und drohen etwa mit der Sperrung des Kontos [1]. Beim Messenger-Betrug wird eine Notlage vorgetäuscht, etwa eine Rechnung, die angeblich sofort bezahlt werden muss, damit kein Inkassoverfahren folgt [2]. Druck soll verhindern, dass du in Ruhe nachprüfst.
Sollst du zahlen oder Daten preisgeben?
Fordert dich eine Nachricht auf, sensible Daten wie die PIN für das Online-Banking oder eine Kreditkartennummer einzugeben, solltest du misstrauisch sein [1]. Deine Bank fordert dich niemals per E-Mail auf, PIN, TAN oder Kontonummer bekannt zu geben [5]. Beim Messenger-Betrug verlangen die Täter meist 1.000 bis 3.000 Euro per Überweisung [2]. Den Bestätigungscode, den ein Messenger per SMS schickt, gibst du niemals weiter, sonst können Betrüger dein Konto übernehmen [2].
Wohin führt der Link?
Jede Nachricht mit einem Link oder einem Formular verdient Vorsicht [1]. Prüfe vor einem Klick die Adresse: Enthält sie den Namen einer Bank oder Firma zusammen mit ungewöhnlichen Zahlen oder Zeichen, ist sie verdächtig; auch Kurzlinks, die das Ziel verbergen, sind riskant [1]. Die Bundesnetzagentur rät, Adressen mit den offiziellen Websites zu vergleichen und keine persönlichen Daten über Links aus SMS oder E-Mails einzugeben, solange der Absender nicht geprüft ist [4]. Auch verdächtige Dateianhänge gehören zu den Warnzeichen [1].
Was du selbst nachprüfen solltest
Rechtschreibfehler und eine unpersönliche Anrede wie "Sehr geehrter Kunde" waren früher gute Hinweise. Heute sind Tippfehler nur noch selten eindeutig, und auch eine gut formulierte Nachricht kann gefälscht sein [1]. Prüf das Anliegen deshalb zusätzlich zur Einschätzung des Werkzeugs auf einem zweiten Weg.
- Hast du ein Konto bei dem genannten Anbieter, sieh dir Hinweise nur in dessen offizieller App oder auf der bekannten Website an [3].
- Bitten Angehörige dringend um Geld, erreichst du sie über einen anderen, verlässlichen Weg, zum Beispiel unter der alten, bekannten Nummer [4, 2].
- Die Bundesnetzagentur rät, keine persönlichen Daten über Links in SMS oder E-Mails anzugeben, solange der Absender nicht geprüft ist; ihr Beispiel ist eine SMS über offene Zollgebühren [4].
Wie Absender in E-Mails gefälscht werden, erklärt Gefälschte Absender erkennen. Welche technischen Einträge Mailbetreiber gegen gefälschte Absender setzen können, steht auf SPF, DKIM und DMARC im Zusammenspiel.
So gehst du mit einer verdächtigen Nachricht um
Eine verdächtige E-Mail verschiebst du in den Spam-Ordner, ohne zu antworten und ohne einen Link anzuklicken [3]. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sammelt Phishing-Mails für ihr Phishing-Radar und warnt dort vor aktuellen Maschen; du kannst ihr verdächtige Mails an phishing@verbraucherzentrale.nrw weiterleiten [3]. Die Verbraucherzentrale kann einzelne Mails nicht beantworten; du kannst die Nachricht zusätzlich dem Unternehmen melden, in dessen Namen sie verschickt wurde, meist über eine Kontaktadresse auf dessen Website [3]. Unerwünschte SMS und Messenger-Nachrichten nimmt die Bundesnetzagentur über ihr Beschwerdeformular entgegen, auch telefonisch unter 0228 14 15 16 [4]. Sie kann etwa die Abschaltung von Rufnummern anordnen, ein Bußgeld für SMS- oder Messenger-Spam ist gesetzlich aber nicht vorgesehen [4]. Bei einer betrügerischen Messenger-Nachricht rät die Polizei, die Nummer zu blockieren, den Vorfall zu melden und den Chat danach zu löschen [2].

Hast du schon auf einen Link geklickt oder Daten eingegeben, hilft Auf einen Phishing-Link geklickt: was jetzt zu tun ist. Hast du bereits Geld überwiesen, sicherst du den Chatverlauf, rufst sofort deine Bank an, weil sich das Geld in manchen Fällen zurückholen lässt, und erstattest Anzeige [2]. Die Schritte der Reihe nach zeigt der Notfallplan nach Betrug. Wo du welche Nachricht meldest, steht unter Spam und Phishing melden.
- Behörde Wie erkenne ich Phishing in E-Mails und auf Webseiten?. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Messenger-Betrug. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Phishing-Radar: Aktuelle Warnungen. Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Stand 28.10.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde SMS-Spam. Bundesnetzagentur. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Sicherheitsmaßnahmen beim Onlinebanking und TAN-Verfahren. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
Weitere Artikel
SchutzOnline-Shop prüfenPrüf einen unbekannten Onlineshop vor dem Kauf: Adresse, Domainalter, Impressum, Zahlungsarten, Preise, Siegel und …
SchutzBetrug erkennenZeitdruck, falsche Autorität, Gefühle, seltsame Zahlungswege: Diese Warnzeichen verraten Betrug am Telefon, per Mail und im …
HilfeNotfallplan nach BetrugBetrogen, was tun? Wähle aus, was passiert ist: Geld überwiesen, Karte, Konto, Daten oder Identität.