Betrug im InternetRatgeber
Betrug mit Konzert- und Fußballtickets: Fälschungen und Fake-Angebote erkennen
Ticketbetrug trifft vor allem ausverkaufte Konzerte und Spiele: Täter verkaufen gefälschte, mehrfach verkaufte oder personalisierte Tickets oder kassieren Vorkasse und liefern nichts. Kauf beim Veranstalter, bei autorisierten Stellen oder auf dem offiziellen Weiterverkaufsportal und zahl Unbekannten nichts per Vorkasse.

Wenn eine Tournee oder ein Spiel ausverkauft ist, suchen viele Fans ihre Karten auf dem Zweitmarkt, also bei Ticketbörsen, Kleinanzeigen oder in sozialen Netzwerken. Dort droht nach Angaben der Verbraucherzentrale Niedersachsen schnell eine Kostenfalle [2]. Rund ein Drittel der Fans berichtet, schon einmal mit Ticketbetrug in Berührung gekommen zu sein. Diese Zahl nennen der Verbraucherzentrale Bundesverband, die Verbraucherzentrale Bayern und der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung unter Berufung auf Branchenangaben [3]. Dieser Ratgeber erklärt, welche Formen von Ticketbetrug es gibt, woran du sie erkennst und was du tun kannst.
Welche Formen von Ticketbetrug es gibt
Das Spektrum reicht von Karten, die es gar nicht gibt, bis zu echten Tickets, mit denen du trotzdem nicht ins Stadion oder in die Halle kommst.

Vorkasse ohne Ticket
Beim klassischen Vorkassebetrug zahlst du im Voraus, und es kommt nichts. Die Polizei beschreibt diese Masche als im Internet weit verbreitet, oft über gefälschte Online-Shops und häufig auf Kleinanzeigenportalen [6]. Typisch ist, dass der Anbieter sichere Zahlungswege ablehnt, Druck macht oder angeblich im Ausland ist [6]. Manche Fake-Shops zeigen zunächst mehrere Zahlungsarten an, am Ende ist aber nur Vorkasse per Überweisung möglich [7].
Fake-Shops und Werbeanzeigen
Nicht jeder Betrug läuft über Privatleute. Fake-Shops sind Online-Shops, die in betrügerischer Absicht eröffnet werden. Sie wirken professionell, Bewertungen und Gütesiegel sind oft nicht echt, und den Händler gibt es nicht [7]. Die Polizei rät zur Skepsis, wenn ein Shop Siegel zeigt, aber nicht auf die Stellen verlinkt, die sie angeblich vergeben haben [7]. Viele Nutzer landen über Werbung auf solchen Seiten. Die Polizei verweist auf Schätzungen von Experten, nach denen rund 75 Prozent der Online-Werbung automatisch ausgespielt werden, ohne dass jemand den Inhalt von Hand prüft [8]. Wer einmal auf eine betrügerische Anzeige klickt, bekommt danach womöglich weitere zu sehen, weil die Algorithmen der Plattformen den Interessen folgen [8]. Vor dem Kauf kannst du einen Shop mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale prüfen [7].
Gefälschte, ungültige und mehrfach verkaufte Tickets
Auf nicht autorisierten Weiterverkaufsportalen gibt es laut vzbv ungültige oder mehrfach verkaufte Tickets [3]. Wer ein solches Ticket hat, merkt das oft erst am Einlass. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen berichtet sogar von Karten für Veranstaltungen, die gar nicht stattfinden [1]. Andere Käufer bekommen Plätze oder Blöcke zugesagt, die es nicht gibt oder auf die sie keinen Anspruch haben, etwa einen Sitzplatz bei einem reinen Stehplatzkonzert [1].
Personalisierte Tickets
Ein personalisiertes Ticket gilt nur für die Person, deren Name darauf steht. Ist ein fremder Name hinterlegt, ist es für dich meist wertlos [2]. Laut den Geschäftsbedingungen kommt bei solchen Tickets oft nur der ursprüngliche Käufer selbst hinein [1]. Einige offizielle Anbieter erlauben den Weiterverkauf personalisierter Tickets unter bestimmten Bedingungen. Prüf deshalb vorher, wer die Tickets vertreibt und welche Regeln für den Weiterverkauf gelten [2].
Tickets, die gesperrt werden
Bei Fußballspielen kommt ein weiteres Risiko dazu. Der DFB erklärte im April 2025, dass Tickets für Länderspiele und DFB-Pokalendspiele ihre Gültigkeit verlieren, wenn sie auf nicht autorisierten Seiten angeboten oder überteuert verkauft werden [4]. Als Folgen nennt der Verband unter anderem die ersatzlose Sperrung der Tickets und die Verweigerung des Zutritts ohne Entschädigung, dazu Kontrollen im Stadion [4].
Woran du ein unseriöses Angebot erkennst
Ein Angebot muss nicht billig sein, um Betrug zu sein. Auf dem Zweitmarkt sind Aufschläge von 250 Prozent und mehr dokumentiert [3]. Trotzdem gibt es typische Warnzeichen:
- Der Preis liegt deutlich unter dem Wert, besonders bei ausverkauften Veranstaltungen [6, 7].
- Der Verkäufer lehnt sichere Zahlungsarten ab und will nur Vorkasse per Überweisung [6, 7].
- Es wird Druck gemacht, etwa mit Countdowns oder angeblich letzten Karten [1, 6].
- Der Verkäufer ist angeblich im Ausland oder nicht persönlich erreichbar [6].
- Die Plattform nennt weder den Originalpreis noch, wer die Karten anbietet [3].
- Ein Pre-Sale-Code soll dir den Kauf garantieren. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass ein solcher Code keinen Ticketkauf garantiert und als Lockmittel dient [1].
- Das Ticket ist personalisiert und trägt einen fremden Namen [2].
Vorsicht auch bei Werbeanzeigen in sozialen Netzwerken. Die Polizei rät, eine Anzeige nicht für seriös zu halten, nur weil sie auf einer vertrauenswürdigen Seite erscheint, und warnt vor Werbung für beliebte Produkte zu sehr niedrigen Preisen [8]. Die Faustregel der Verbraucherzentrale Niedersachsen: Ist es zu schön, um wahr zu sein, dann lieber Finger weg [2].
Zweitmarkt: was offizielle und inoffizielle Börsen unterscheidet
Viele Weiterverkaufsportale wirken wie offizielle Verkaufsstellen, sind aber oft nur Vermittler zwischen Privatleuten. Wer dort kauft, merkt das häufig nicht und trägt die Risiken eines privaten Kaufs [2]. Hinzu kommen Gebühren, die erst am Ende der Bestellung auftauchen, Karten, die erst kurz vor der Veranstaltung ankommen, und Anbieter, die schwer erreichbar sind [1]. Der vzbv beschreibt den Zweitmarkt abseits der autorisierten Plattformen als professionell organisiert, stark kommerzialisiert und intransparent [3].

Offizielle Weiterverkaufsportale funktionieren anders. Zurückgegebene Karten werden dort geprüft und erneut angeboten [1]. Der DFB betreibt einen eigenen Ticket-ReSale als offiziellen Zweitmarkt, über den Karten, die direkt beim DFB gekauft wurden, wieder angeboten werden können [10]. Manche Veranstalter bieten für einzelne Konzerte ausschließlich digitale Tickets an, die nur auf dafür vorgesehenen Zweitmärkten weiterverkauft werden dürfen. Solche Tickets solltest du auf anderen Plattformen nicht kaufen [2].
Deine Rechte beim Ticketkauf
Bevor du kaufst, lohnt ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Veranstalters. Dort steht, ob und wie Karten weitergegeben werden dürfen [2]. Ob du einen Ticketkauf widerrufen kannst, hängt davon ab, wo du gekauft hast. Für Dienstleistungen im Zusammenhang mit Freizeitbetätigungen, die an einen bestimmten Termin gebunden sind, schließt § 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB das Widerrufsrecht aus [5]. Käufe beim Veranstalter oder seinen Vorverkaufsstellen, also auf dem Erstmarkt, kannst du deshalb nicht widerrufen [1].
Anders auf dem Zweitmarkt: Nach einem Urteil des Kammergerichts Berlin vom 06.03.2025 (Az. 23 UKl 5/24) können Verträge mit Plattformen, die Zweitmarkt-Tickets vermitteln, grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden, weil die Ausnahme für Freizeitveranstaltungen nicht für den Weiterverkauf von Eintrittskarten gilt [1, 11]. Für personalisierte Tickets, mit denen der Käufer nicht in die Veranstaltung kommt, darf der Vermittler nach dem Urteil keine Vergütung verlangen [1, 11]. Seit dem 28.05.2022 müssen Betreiber von Online-Marktplätzen, auf denen Tickets weiterverkauft werden, außerdem angeben, ob und in welcher Höhe der Veranstalter nach Angaben des Verkäufers einen Preis festgelegt hat, damit der Aufschlag erkennbar ist [1, 12, 13, 14]. Bei Problemen mit einer Zweitmarkt-Plattform bietet die Verbraucherzentrale einen Musterbrief an [1]. Bei Fragen zu Onlinekauf und Internetbetrug bietet die Verbraucherzentrale Niedersachsen eine kostenfreie Kurzberatung von bis zu 20 Minuten an [1]. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Sicher bezahlen
Bei Tickets von Privatleuten entscheidet die Zahlungsart darüber, ob du eine Chance hast, dein Geld zurückzubekommen. Die Polizei rät, niemals per Banküberweisung im Voraus an Unbekannte zu zahlen, denn bereits überwiesenes Geld zurückzuholen gelingt selten [6]. Sicherer sind Zahlungsarten wie Kreditkarte, bei gewerblichen Händlern auch Rechnungskauf. Informier dich, ob und wie ein Käuferschutz greift [6, 7]. Zahlungsarten mit Käuferschutz gelten nach Angaben der Polizei als sicher, wenn du ihre Funktionsweise und Bedingungen kennst [7].
Lies deshalb vor dem Bezahlen nach, welche Zahlungsarten unter den Käuferschutz deines Zahlungsdienstes fallen. Will ein Verkäufer unbedingt einen Weg ohne Käuferschutz, ist das ein Grund, den Kauf abzubrechen. Weitere Hinweise zum Bezahlen im Netz stehen unter Sicher online bezahlen, zu privaten Verkäufern unter Betrug bei Kleinanzeigen.
Wenn du auf ein falsches Ticket hereingefallen bist
Die Polizei empfiehlt auch hier die Regel Stoppen, Hinterfragen, Schützen und rät, bei Betrugsverdacht sofort zu handeln [6, 7].

- Kontaktier sofort deine Bank oder deinen Zahlungsdienst und lass eine Rückbuchung prüfen [6, 7].
- Sichere Beweise wie das Inserat, den Chatverlauf, die Bestellbestätigung und den Zahlungsbeleg, zum Beispiel als Screenshots [6, 7].
- Erstatte Anzeige bei der Polizei [1, 6].
- Hast du über eine Zweitmarkt-Plattform gekauft, wende dich schriftlich an die Plattform. Die Verbraucherzentrale stellt dafür einen Musterbrief bereit und berät auch zu Internetbetrug [1].
- Hast du Kartendaten auf einer verdächtigen Seite eingegeben, lass die Karte sperren. Der Sperr-Notruf 116 116 ist rund um die Uhr erreichbar [9].
Wie die Anzeige funktioniert, steht unter Betrug anzeigen: so erstattest du Anzeige. Ob ein Online-Shop schon aufgefallen ist, prüfst du mit dem Werkzeug Online-Shop prüfen. Mehr über Vereine, Stadien und die Ligen gibt es auf fussball.domain-root.de.
- Organisation Wenig überraschend: Probleme mit Ticketplattformen. Verbraucherzentrale Niedersachsen. Stand 28.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Gut zu wissen: Verbrauchertipp Veranstaltungstickets. Verbraucherzentrale Niedersachsen. Stand 26.07.2023. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Ausverkauft und plötzlich teuer (Pressemitteilung). Verbraucherzentrale Bundesverband, Verbraucherzentrale Bayern, BDKV. Stand 09.04.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Vorgehen gegen Ticketverkauf auf nicht autorisiertem Zweitmarkt. Deutscher Fußball-Bund. Stand 10.04.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz § 312g BGB: Widerrufsrecht. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Vorkassebetrug. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Fake-Shops. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Anzeigenbetrug (Ad Scams). Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Sperr-Notruf 116 116. Sperr-Notruf 116 116 e.V.. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Ticket-ReSale: Neuer DFB-Service für Fans. Deutscher Fußball-Bund. Stand 19.03.2024. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Widerrufsrecht gilt auch für den Kauf von Zweitmarkt-Tickets (Urteil KG Berlin vom 06.03.2025, Az. 23 UKl 5/24). Verbraucherzentrale Bundesverband. Stand 14.05.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz Art. 246d EGBGB: Allgemeine Informationspflichten für Betreiber von Online-Marktplätzen. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Gesetz § 312l BGB: Allgemeine Informationspflichten für Betreiber von Online-Marktplätzen. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Auswertung der Stichprobe zum Ticketzweitmarkt. Verbraucherzentrale Bayern. Stand 08.05.2023. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
Weitere Artikel
InternetGefälschte Markenware erkennenWoran du gefälschte Markenware im Netz erkennst, was der Zoll bei Reisegepäck und Paketen darf und was du tust, wenn statt …
InternetFake-Shops erkennenWoran du einen Fake-Shop erkennst, wie du einen Onlineshop vor dem Kauf prüfst und was du tust, wenn du schon per Vorkasse …