Konto- und Depotbetrug
Wenn Betrüger direkten Zugriff auf dein Konto oder Depot bekommen. Was 2026 die häufigsten Methoden sind.
Was Konto- und Depotbetrug ist
Im Unterschied zu Kreditkartenbetrug geht es hier um den direkten Zugriff auf Konten oder Wertpapier-Depots. Schäden können erheblich größer sein - bei Depots oft 6-stellig.
Die häufigsten Methoden 2026
1. Phishing mit TAN-Abgriff
Opfer gibt Login-Daten auf Phishing-Seite ein. Täter loggt sich parallel in echtes Banking ein, startet Überweisung. Opfer bekommt push-TAN und gibt sie auf Phishing-Seite ein. Geld geht an Täter.
2. SIM-Swapping
Täter überzeugt Mobilfunk-Provider, eine neue SIM auszuhändigen („altes Telefon verloren“). Damit hat der Täter die SMS-TAN und kann Überweisungen autorisieren.
3. Banking-Trojaner
Schadsoftware auf Computer oder Smartphone, die Banking-Sitzungen kapert und im Hintergrund Überweisungen manipuliert.
4. Falsche Bank-Anrufe
Vishing: „Sicherheitsabteilung Ihrer Bank, wir haben verdächtige Bewegungen erkannt, lassen Sie uns kurz Ihren Login prüfen“.
5. Anlage-Betrug über „Trading-Berater“
Betrügerische „Berater“ bauen über Wochen Vertrauen auf, bekommen Zugang zum Depot („wir handeln gemeinsam“) oder Vollmacht. Mehr in Investitionsbetrug.
6. Account-Takeover ohne Trojaner
Bei schwachen Passwörtern und ohne MFA reichen oft schon ausgespähte Daten. Insbesondere bei Online-Brokern ohne MFA-Pflicht ein Problem.
Warn-Signale
- Login-Probleme: Password funktioniert nicht mehr
- Neue Geräte im Banking-Login angezeigt
- Unbekannte Überweisungen oder Wertpapier-Verkäufe
- Banking-App reagiert anders als gewohnt
- Browser zeigt SSL-Warnungen beim Banking
- Push-TANs für Aktionen, die du nicht durchgeführt hast
- SMS oder Mails über Mobilfunk-Vertrags-Änderungen
Schutz-Maßnahmen
Allgemein
- Multi-Faktor-Authentifizierung überall einschalten (Banking + Online-Broker)
- Eindeutige, starke Passwörter mit Passwort-Manager
- Banking-App auf eigenem Gerät (nicht auf gemeinsam genutzten Computern)
- Software aktuell halten
- Antivirus auf Banking-Gerät
- Vorsicht bei Public WiFi
Banking-spezifisch
- Tageslimit setzen: viele Banken erlauben Selbst-Limitierung
- Geräte-Verwaltung prüfen: regelmäßig nicht mehr genutzte Geräte entfernen
- Push-Benachrichtigungen für alle Transaktionen
- Überweisungen ins Ausland separat freischalten (oder gesperrt halten)
- Trusted-IBAN-Liste: bei manchen Banken einstellbar - nur Überweisungen an bekannte Empfänger ohne TAN
Depot-spezifisch
- Keine Vollmachten an Unbekannte oder „Berater“, die du nicht persönlich kennst
- Wertpapier-Order nur selbst aufgeben
- Auszahlungs-Konten beim Broker fix einstellen (kein freier Auszahlungs-Empfänger)
- Bei Robo-Advisors: nur etablierte Anbieter mit deutscher Banking-Lizenz
Falls du Opfer wurdest
- Sofort Bank/Broker anrufen - Sperr-Hotline 116 116 oder direkt
- Online-Zugang sperren lassen
- Konto prüfen: alle Bewegungen der letzten Wochen anzeigen lassen
- Versuch der Rück-Überweisung: die Bank kann oft noch SEPA-Überweisungen zurückholen, wenn schnell gehandelt wird
- Bei Wertpapier-Verkäufen: prüfen, ob Stornierung möglich
- Mobilfunk-Provider kontaktieren bei SIM-Swap-Verdacht
- Anzeige bei Polizei
- Alle Passwörter ändern - sicheres, neues Gerät, falls Gerät kompromittiert sein könnte
Geld zurück - wie wahrscheinlich?
- Bei rechtzeitiger SEPA-Rückholung: Erfolg möglich, wenn Geld noch nicht abgehoben
- Bei Krypto-Konvertierung: sehr schwierig
- Bei Auslands-Überweisung: oft schwierig, Geld ist meist innerhalb von 24 h verteilt
- Bei eigener grober Fahrlässigkeit (z.B. TAN auf Phishing-Seite eingegeben): Bank-Haftung kann reduziert sein
Bei strittiger Haftung: Verbraucherzentrale oder Anwalt für Bankrecht kontaktieren.
Du brauchst Hilfe?
Bei akuter Betroffenheit: Polizei 110 oder Sperr-Hotline 116 116. Bei IT-Sicherheits-Fragen im Unternehmen hilft SEO NW.
SEO NW Agentur